Inhaltsverzeichnis
- CO₂-Preis: Tanken wird teurer
- Deutschlandticket steigt auf 63 Euro
- Kfz-Steuer nur noch als Jahreszahlung
- Führerschein-Umtausch: Frist am 19. Januar
- Neue Pflicht-Assistenzsysteme ab Juli
- NG-eCall: Neues Notrufsystem wird Pflicht
- Abgasnormen: Euro 6e und Euro 7
- Elektromobilität: Steuervorteile bleiben
- Mehr Rechte für Verbraucher
- Reisen ins Ausland: Verschärfte Kontrollen
- FAQ: Häufig gestellte Fragen
- Fazit und Checkliste
CO₂-Preis: Tanken wird teurer
Die CO₂-Bepreisung auf fossile Brennstoffe steigt 2026 weiter an. Während 2025 noch ein fester Preis von 55 Euro pro Tonne CO₂ galt, wird der Preis ab Januar 2026 in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne versteigert.
Konkrete Mehrkosten pro Liter
Laut ADAC-Berechnungen steigt der Preis:
| Kraftstoff | Aufschlag 2026 vs. 2025 | CO₂-Anteil gesamt |
| Benzin | bis zu +2,9 Cent/Liter | ~17 Cent/Liter |
| Diesel | bis zu +3,2 Cent/Liter | ~19 Cent/Liter |
Bei einer Tankfüllung von 60 Litern bedeutet das Mehrkosten von etwa 1,80 Euro pro Tankvorgang.
Ausblick: Was kommt nach 2026?
Die gute Nachricht: 2027 soll der CO₂-Preiskorridor auf dem Niveau von 2026 bleiben.
Die weniger gute Nachricht: Ab 2028 startet der europäische Emissionshandel ETS 2 für Gebäude und Verkehr. Prognosen gehen von CO₂-Preisen von bis zu 120 Euro pro Tonne bis 2030 aus – das würde Benzin um weitere 18 Cent und Diesel um 21 Cent pro Liter verteuern.
Deutschlandticket steigt auf 63 Euro
Das Deutschlandticket wird 2026 erneut teurer. Nach der Einführung im Mai 2023 für 49 Euro und einer Erhöhung auf 58 Euro im Januar 2025 kostet das bundesweite ÖPNV-Ticket seit Januar 2026 nun 63 Euro pro Monat.
| Ticket-Variante | Preis 2026 |
| Deutschlandticket | 63,00 € |
| Jobticket (bei min. 25% Arbeitgeberzuschuss) | 44,10 € |
| Deutschlandsemesterticket | 37,80 € |
Lohnt sich das noch? Bei weniger als 20 Fahrten pro Monat können Einzelfahrscheine günstiger sein. In Berlin beispielsweise kostet ein Einzelfahrschein ab 2026 rund 4 Euro – bei 15 Fahrten wärst du mit 60 Euro noch unter dem Deutschlandticket-Preis.
Kfz-Steuer nur noch als Jahreszahlung
Eine wichtige Änderung für die Liquiditätsplanung: Ab 2026 ist die Kfz-Steuer ausschließlich als Jahreszahlung fällig. Die bisherige Option, halb- oder vierteljährlich zu zahlen, entfällt komplett.
Tipp: Stelle sicher, dass zum Fälligkeitstermin der gesamte Jahresbetrag auf dem Konto verfügbar ist, um Mahngebühren zu vermeiden.
Führerschein-Umtausch: Frist am 19. Januar
Wer seinen Kartenführerschein zwischen 1999 und 2001 erhalten hat, muss diesen bis spätestens 19. Januar 2026 gegen den neuen EU-Führerschein umtauschen. Nach diesem Stichtag wird das alte Dokument ungültig.
Was du für den Umtausch brauchst
- Aktueller Führerschein
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- Biometrisches Passfoto
- Bei Wohnsitzwechsel: Karteikartenabschrift der ursprünglichen Behörde
Kosten: ca. 25-30 Euro Verwaltungsgebühr + Fotokosten
Bei Versäumnis: 10 Euro Verwarnungsgeld, im Ausland kann es zu Problemen kommen.
Weitere Umtauschfristen
| Ausstellungsjahr | Umtauschfrist |
| 1999–2001 | 19. Januar 2026 |
| 2002–2004 | 19. Januar 2027 |
| 2005–2007 | 19. Januar 2028 |
| 2008 | 19. Januar 2029 |
| 2009 | 19. Januar 2030 |
Der digitale Führerschein kommt
Ende 2026 soll in Deutschland der digitale Führerschein verfügbar sein – deutlich früher als der EU-weite Start 2030. Der Führerschein kann dann per Smartphone vorgezeigt werden. Wichtig: Er ist nur eine Ergänzung, der physische Kartenführerschein bleibt Pflicht.
Neue Pflicht-Assistenzsysteme ab Juli
Ab dem 7. Juli 2026 gelten für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Klassen M1 und N1) verschärfte Sicherheitsanforderungen nach der EU-Verordnung 2019/2144.
Diese Systeme werden Pflicht
Erweiterter Notbremsassistent Das System muss künftig nicht nur andere Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger und Radfahrer erkennen und bei Kollisionsgefahr automatisch eine Notbremsung einleiten.
Ablenkungswarnsystem (Advanced Driver Distraction Warning) Überwacht das Fahrverhalten und warnt optisch und akustisch, wenn Anzeichen für Unaufmerksamkeit erkannt werden – etwa wenn der Blick zu lange vom Verkehr abweicht.
Notfall-Spurhalteassistent Greift ein, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt die Spur verlässt. Die Pflicht wird auf Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung ausgeweitet.
Erweiterter Kopfaufprallschutz Fahrzeuge müssen so konstruiert sein, dass bei einem Zusammenstoß mit Fußgängern das Verletzungsrisiko im Kopfbereich reduziert wird.
Hinweis für Gebrauchtwagenkäufer: Bereits zugelassene Fahrzeuge sind von den neuen Pflichten nicht betroffen.
NG-eCall: Neues Notrufsystem wird Pflicht
Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle neu entwickelten Fahrzeugtypen mit dem Next Generation eCall (NG-eCall) ausgestattet sein. Ab Januar 2027 dürfen keine Neuwagen mehr ohne das neue System zugelassen werden.
Warum die Umstellung?
Das bisherige eCall-System nutzt die veralteten 2G- und 3G-Mobilfunknetze:
- 3G wurde bereits 2021 abgeschaltet
- 2G wird von der Telekom Ende Juni 2028 abgeschaltet
Der neue NG-eCall funktioniert über 4G/LTE und 5G, überträgt Daten schneller und ermöglicht künftig auch zusätzliche Informationen wie Bilder vom Unfallort.
Was bedeutet das für Bestandsfahrzeuge?
Für ältere Fahrzeuge mit altem eCall-Modul besteht keine Nachrüstpflicht. Allerdings wird der automatische Notruf nach der 2G-Abschaltung 2028 nicht mehr funktionieren. Ein Umbau ist bei den meisten Modellen technisch aufwändig oder nicht möglich.
Abgasnormen: Euro 6e und Euro 7
Euro 6e ab Januar 2026
Zum 1. Januar 2026 tritt eine verschärfte Stufe der Euro-6-Norm in Kraft. Die Grenzwerte bleiben gleich, aber die Prüfbedingungen im realen Fahrbetrieb werden auf einen größeren Temperaturbereich ausgeweitet.
Euro 7 ab November 2026
Die neue Abgasnorm Euro 7 kommt zum 29. November 2026 für neu entwickelte Pkw und leichte Transporter. Ab Ende 2027 gilt sie für alle Neuzulassungen.
Neu bei Euro 7:
- Strengere Messungen von Partikeln
- Erstmalige Berücksichtigung von Reifen- und Bremsabrieb
Elektromobilität: Steuervorteile bleiben
Kfz-Steuerbefreiung verlängert
E-Autos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, bleiben bis zu zehn Jahre steuerfrei – längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2035.
Dienstwagenregelung
Die günstige 0,25-Prozent-Regelung für die private Nutzung elektrischer Firmenwagen gilt weiterhin. Seit Juli 2025 wurde die Preisgrenze von 70.000 Euro auf 100.000 Euro Bruttolistenpreis angehoben.
| Bruttolistenpreis | Monatliche Versteuerung |
| Bis 100.000 € | 0,25 % des Listenpreises |
| Über 100.000 € | 0,5 % des Listenpreises |
Mehr Rechte für Verbraucher
Neues Produkthaftungsgesetz (ab 9. Dezember 2026)
Die Haftung wird auf Software und digitale Dienste ausgeweitet. Versagt ein Assistenzsystem und verursacht einen Unfall, können künftig Ansprüche gegen den Hersteller geltend gemacht werden.
Neu: Gerichte können die Offenlegung interner Daten anordnen – das erleichtert die Beweisführung für Geschädigte erheblich.
Widerrufstaste für Online-Verträge (ab 19. Juni 2026)
Bei Online-Vertragsabschlüssen muss eine deutlich erkennbare Widerrufstaste bereitgestellt werden. Das erleichtert es, ungewollte Abos bei Sharing-Diensten oder Mobilitätsanbietern innerhalb der 14-tägigen Frist zu kündigen.
Reisen ins Ausland: Verschärfte Kontrollen
EU-weite Anerkennung von Fahrverboten
Schwere Verkehrsverstöße im Ausland können künftig auch in Deutschland zu Fahrverboten führen. Die gegenseitige Anerkennung wird EU-weit verstärkt.
Kameraüberwachung in Österreich
Wien und andere österreichische Städte planen kamerabasierte Zufahrtskontrollen für Innenstädte. Die Gesetzesänderung soll im Mai 2026 in Kraft treten.
Bei unerlaubten Einfahrten drohen hohe Bußgelder – auch für ausländische Kennzeichen. Nur Berechtigte wie Anwohner, Einsatzfahrzeuge, Lieferdienste oder Taxis dürfen einfahren.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Wie viel teurer wird Benzin 2026?
Der CO₂-Aufschlag steigt um bis zu 2,9 Cent pro Liter. Insgesamt entfallen dann etwa 17 Cent pro Liter Benzin auf die CO₂-Abgabe. Bei einer 60-Liter-Tankfüllung sind das rund 10 Euro, die allein auf die CO₂-Steuer entfallen.Muss ich meinen Führerschein 2026 umtauschen?
Nur wenn dein Kartenführerschein zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurde. Die Frist endet am 19. Januar 2026. Das Ausstellungsdatum findest du auf der Vorderseite unter Ziffer 4a. Der Umtausch kostet ca. 25-30 Euro und erfordert ein biometrisches Passfoto.Gilt die Assistenzsystem-Pflicht auch für Gebrauchtwagen?
Nein, die neuen Anforderungen gelten nur für Fahrzeuge, die ab dem 7. Juli 2026 erstmals zugelassen werden. Bereits zugelassene Fahrzeuge sind nicht betroffen und dürfen weiterhin ohne die neuen Systeme gefahren werden.Funktioniert mein alter eCall noch?
Vorerst ja. Der alte eCall nutzt jedoch das 2G-Netz, das die Telekom Ende Juni 2028 abschaltet. Danach wird der automatische Notruf in älteren Fahrzeugen nicht mehr funktionieren. Eine Nachrüstpflicht besteht nicht, aber der Umbau ist bei den meisten Modellen technisch schwierig oder unmöglich.Bleibt die Steuerbefreiung für E-Autos?
Ja, E-Autos die bis Ende 2030 zugelassen werden, bleiben bis zu 10 Jahre steuerfrei (längstens bis 31.12.2035). Auch die günstige Dienstwagenregelung (0,25 % für E-Autos bis 100.000 € Listenpreis) bleibt bestehen.Was kostet das Deutschlandticket 2026?
Das Deutschlandticket kostet seit Januar 2026 monatlich 63 Euro (vorher 58 Euro). Das Jobticket mit mindestens 25 % Arbeitgeberzuschuss liegt bei 44,10 Euro. Ab 2027 soll der Preis anhand eines Kostenindexes automatisch angepasst werden.Kann ich die Kfz-Steuer noch vierteljährlich zahlen?
Nein, ab 2026 ist nur noch die Jahreszahlung möglich. Die Optionen für halb- oder vierteljährliche Zahlung entfallen komplett. Stelle sicher, dass zum Fälligkeitstermin der gesamte Betrag auf deinem Konto verfügbar ist.Was passiert, wenn ich meinen Führerschein nicht rechtzeitig umtausche?
Nach Ablauf der Frist ist dein alter Führerschein ungültig. Bei einer Kontrolle droht ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Im Ausland kann es zu größeren Problemen kommen. Deine Fahrerlaubnis selbst bleibt aber bestehen – du musst keine neue Prüfung ablegen.Fazit und Checkliste
2026 bringt viele Änderungen, die Autofahrer direkt betreffen. Hier deine To-do-Liste:
- [ ] Führerschein prüfen – Frist 19. Januar für Ausstellungsjahre 1999-2001
- [ ] Kfz-Steuer – Jahreszahlung einplanen (keine Teilzahlung mehr möglich)
- [ ] Spritkosten – Höhere CO₂-Abgabe im Budget berücksichtigen
- [ ] Neuwagenkauf – Auf neue Pflicht-Assistenzsysteme achten
- [ ] Deutschlandticket – Abo überprüfen (neuer Preis: 63 Euro)
- [ ] HU-Termin – Blaue Plakette = 2026 fällig
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