FAQ
Euro-Münzen, Taschenrechner und Autoschlüssel auf dunklem Schreibtisch symbolisieren die jährliche KFZ-Steuer

KFZ-Steuer 2026 berechnen: Hubraum, CO2 und E-Auto

Aktualisiert am 21. April 2026

Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland rund 49,5 Millionen Pkw zugelassen, davon 2.034.260 reine Elektrofahrzeuge (KBA, 2026). Für jedes dieser Fahrzeuge berechnet das Hauptzollamt einmal jährlich die Kraftfahrzeugsteuer, meistens zwischen 50 und 400 Euro. Doch kaum ein Halter weiß, wie diese Zahl genau zustande kommt oder warum der Nachbar mit dem Diesel viel mehr zahlt.

2026 ist das Jahr, in dem sich bei der KFZ-Steuer einiges sortiert hat. Der Bundestag hat am 4. Dezember 2025 die Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge um fünf Jahre bis 2035 verlängert. Gleichzeitig ist die BAFA-Kaufprämie endgültig Geschichte, und der CO2-Preis im BEHG wird 2026 im Korridor 55 bis 65 Euro pro Tonne gehandelt. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie die Steuer berechnet wird, welche Sätze 2026 gelten und wie hoch sie für dein konkretes Fahrzeug ausfällt, inklusive fünf Beispielrechnungen vom Golf bis zum Oldtimer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hubraumsatz 2026: 2,00 € je 100 ccm für Benziner, 9,50 € für Diesel (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG, unverändert gegenüber 2025).
  • CO2-Komponente mit 95 g/km Freibetrag, darüber sechs Stufen von 2,00 bis 4,00 € je g/km (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 c KraftStG).
  • E-Auto-Befreiung bis Ende 2035 verlängert: Erstzulassung bis 31.12.2030 ergibt zehn Jahre steuerfrei, längstens bis 31.12.2035 (BMF-Pressemitteilung, 2025).
  • Oldtimer mit H-Kennzeichen zahlen pauschal 191,73 € pro Jahr, Motorräder 46,02 € (§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG).
  • Fällig jährlich im Voraus per SEPA-Lastschrift durch das Hauptzollamt am Jahrestag der Erstzulassung.

Wie wird die KFZ-Steuer 2026 berechnet?

Die KFZ-Steuer setzt sich für Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 aus zwei Hauptkomponenten zusammen: einem Hubraum-Anteil (2,00 €/100 ccm Benziner, 9,50 €/100 ccm Diesel) und einer CO2-Komponente (gestaffelt 2,00 bis 4,00 € je g/km über 95 g/km Freibetrag). Rechtsgrundlage ist das Kraftfahrzeugsteuergesetz, insbesondere § 8 zur Bemessungsgrundlage und § 9 zum Steuertarif (gesetze-im-internet.de, 2026).

Die Schadstoffklasse spielt nur noch bei Altfahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009 eine Rolle. Bei allen neueren Fahrzeugen wird ausschließlich nach Hubraum und CO2 veranlagt. Diese Trennung hat der Gesetzgeber 2009 eingeführt, um den Emissions-Faktor stärker zu gewichten. Die Formel lässt sich daher in einem Satz zusammenfassen.

Jahressteuer = (Hubraum in ccm ÷ 100) × Satz + Summe der sechs CO2-Stufen über 95 g/km (jede Stufe separat)

Welche drei Werte brauchst du aus dem Fahrzeugschein?

Alle Eingangsgrößen stehen in deiner Zulassungsbescheinigung Teil I. Im Fahrzeugschein findest du den Hubraum in Feld P.1 und den CO2-kombinierten Wert in Feld V.7 (WLTP bei Erstzulassung ab 01.09.2018) oder V.9 (NEFZ bei älteren Fahrzeugen). Die Schadstoffklasse steht in Feld 14 oder 14.1. Mit diesen drei Zahlen kommst du in weniger als einer Minute zum Ergebnis.

Wer lieber einen amtlichen Rechner nutzt, findet den offiziellen Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums online. Er berechnet die Jahressteuer auf Cent genau und ist die einzige rechtlich verbindliche Referenz. Für Gebrauchtwagen-Interessenten lohnt sich der Blick in den Fahrzeugschein besonders, weil die Jahressteuer bei älteren Dieseln schnell dreistellig wird.

Welche Hubraumsätze gelten 2026 für Benziner und Diesel?

Von den rund 49,5 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw werden über 47 Millionen Verbrenner nach Hubraum besteuert, Benziner mit 2,00 € und Diesel mit 9,50 € je angefangene 100 ccm (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG, KBA-Bestandsstatistik 2026).

Der Hubraumsatz beträgt 2026 für Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 pauschal 2,00 € je angefangene 100 ccm bei Benzinern und 9,50 € bei Diesel (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 a und b KraftStG, unverändert gegenüber 2025). Der mehr als viermal höhere Diesel-Satz kompensiert die niedrigere Energiesteuer auf Dieselkraftstoff, die seit Jahrzehnten im deutschen Steuersystem verankert ist (Zoll.de, 2026).

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009 gilt weiter das Schadstoffklassen-Modell. Hier kann der Satz je 100 ccm bei sehr alten, nicht schadstoffarmen Dieseln ohne Partikelfilter auf bis zu 37,58 € klettern, also knapp das Vierfache eines Euro-6-Diesels. Die Details sind vor allem für Halter von Bestandsfahrzeugen relevant, die mit dem Verkauf liebäugeln.

AntriebErstzulassungSatz je 100 ccmGrundlage
Benziner (Otto)ab 01.07.20092,00 €§ 9 Abs. 1 Nr. 2 a KraftStG
Dieselab 01.07.20099,50 €§ 9 Abs. 1 Nr. 2 b KraftStG
Benziner Euro 3 und besservor 01.07.20096,75 €§ 9 Abs. 1 Nr. 2 (alte Fassung)
Diesel Euro 3 und besservor 01.07.200915,44 €§ 9 Abs. 1 Nr. 2 (alte Fassung)
Diesel nicht schadstoffarmvor 01.07.2009bis 37,58 €§ 9 Abs. 1 Nr. 2 (alte Fassung)

Praktisches Rechenbeispiel für einen VW Golf 1.5 TSI: 1.498 ccm geteilt durch 100 ergibt 14,98, aufgerundet auf 15 angefangene Hundert-Kubikzentimeter. Mal 2,00 € macht 30 € Hubraum-Anteil. Beim BMW 320d mit 1.995 ccm sind es schon 20 × 9,50 €, also 190 € nur aus dem Hubraum, bevor die CO2-Komponente überhaupt addiert wird. Der Diesel-Aufschlag ist der größte Hebel in der deutschen Kfz-Steuer.

Warum zahlt ein Diesel über viermal so viel Hubraumsteuer?

Der Staat balanciert Diesel- und Benzin-Besteuerung über zwei Hebel: Energiesteuer an der Zapfsäule und Kfz-Steuer beim Halter. Dieselkraftstoff ist an der Tankstelle mit rund 47 Cent pro Liter Energiesteuer belastet, Benzin mit rund 65 Cent. Dieses Delta von 18 Cent pro Liter fängt die höhere Kfz-Steuer beim Diesel teilweise wieder ein. Wer viel fährt, profitiert. Wer wenig fährt, zahlt drauf.

Wie funktioniert die CO2-Komponente 2026?

Die CO2-Komponente läuft in sechs progressiven Stufen von 2,00 € je g/km ab 95 g/km Freibetrag bis 4,00 € je g/km ab 195 g/km (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 c KraftStG). Ein Fahrzeug mit genau 195 g/km zahlt allein dafür 260 € CO2-Zuschlag pro Jahr, zusätzlich zum Hubraum-Anteil.

Die CO2-Komponente greift für Pkw mit Erstzulassung ab 1. Januar 2021: 95 g/km bleiben 2026 steuerfrei, darüber wird der Ausstoß in sechs progressiv steigenden Stufen von 2,00 € je g/km (96-115 g/km) bis 4,00 € je g/km (ab 195 g/km) besteuert. Die Staffelung wurde mit dem Verkehrsteueränderungsgesetz 2020 eingeführt, um hohe Emissionen überproportional zu belasten (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 c KraftStG, 2026).

Der 95-Gramm-Freibetrag orientiert sich am EU-Flottenziel, das Hersteller seit 2021 im Durchschnitt ihrer Neuwagenflotte erreichen müssen. Für Halter heißt das: Unterhalb von 95 g/km ist die CO2-Komponente schlicht null. Darüber klettert der Aufschlag pro Gramm mit jeder Stufe steiler. Das kleine Wörtchen "progressiv" ist der entscheidende Unterschied zur alten CO2-Regel von 2014 bis 2020, in der jedes Gramm über 95 g/km pauschal 2,00 € kostete.

CO2-Ausstoß (g/km)Satz je g/kmBeispiel-FahrzeugBeispielaufschlag
bis 950,00 €Kompakt-Hybride, kleine Benziner, Plug-in-Hybride0 € bei 95 g
96 - 1152,00 €VW Golf 1.5 TSI, Toyota Yaris Hybrid40 € bei 115 g
116 - 1352,20 €BMW 320d, Skoda Octavia 2.0 TDI84 € bei 135 g
136 - 1552,50 €Audi A4 Avant 40 TDI quattro134 € bei 155 g
156 - 1752,90 €BMW X3 xDrive30d192 € bei 175 g
176 - 1953,40 €Porsche Cayenne V6, Audi Q7260 € bei 195 g
ab 1964,00 €Dodge RAM, große V8-SUV264 € bei 196 g und mehr
CO2-Komponente der KFZ-Steuer 2026: sechs progressive Stufen von 2,00 € bis 4,00 € je g/km über 95 g/km Freibetrag CO2-Komponente 2026: Stufenweise Progression 4,00 € 3,00 € 2,50 € 2,00 € 0 € 2,00 2,20 2,50 2,90 3,40 4,00 95 115 135 155 175 195 215 CO2-Ausstoß in g/km (WLTP)
Quelle: § 9 Abs. 1 Nr. 2 c KraftStG, Darstellung Fahrzeugschein.de

Wo steht der CO2-Wert deines Fahrzeugs?

Im Fahrzeugschein Feld V.7 steht der kombinierte WLTP-Wert, wenn dein Auto ab 1. September 2018 erstzugelassen wurde. Bei älteren Fahrzeugen findest du den NEFZ-Wert in Feld V.9. Für die Steuerbemessung ist genau der Wert relevant, den das Kraftfahrt-Bundesamt bei der Typgenehmigung hinterlegt hat. Wer den Papier-Fahrzeugschein gerade nicht zur Hand hat, kann auch in den Kfz-Steuer-Bescheid des Hauptzollamts schauen oder die Daten beim Hersteller anfragen.

KFZ-Steuer 2026 im Realvergleich: 5 Beispielrechnungen

Ein VW Golf 1.5 TSI mit 1.498 ccm und 119 g/km CO2 zahlt 2026 rund 79 € Jahressteuer: 30 € aus dem Hubraum und 49 € aus der progressiv gestaffelten CO2-Komponente (40 € in Stufe 1 plus 8,80 € in Stufe 2). Ein BMW 320d Touring kommt auf rund das Dreieinhalbfache. Der folgende Fünf-Fahrzeug-Vergleich zeigt die reale Spanne der deutschen Kfz-Steuer 2026, von null Euro beim Tesla bis rund 285 € beim Diesel.

Alle Werte sind Jahresbeträge und nach § 9 KraftStG berechnet. Die Zahlen können sich um plus/minus fünf Euro verschieben, weil der Hubraum auf angefangene 100 ccm aufgerundet wird und der exakte WLTP-CO2-Wert in Feld V.7 individuell vom Typgenehmigungswert abweichen kann. Modellspezifische Referenzwerte lassen sich auch über den ADAC-Kfz-Steuer-Rechner abgleichen.

FahrzeugHubraumCO2 (WLTP)AntriebHubraum-AnteilCO2-AnteilJahressteuer
VW Golf 1.5 TSI1.498 ccm119 g/kmBenzin30 €49 €~79 €
BMW 320d Touring1.995 ccm139 g/kmDiesel Euro 6d190 €94 €~284 €
Mercedes C 300 e1.999 ccm16 g/kmPlug-in-Hybrid40 €0 €~40 €
Tesla Model Y LR0 g/kmElektro (EZ 2024)0 €0 €0 € bis 2034
Mercedes /8 W1142.300 ccmH-Kennzeichen191,73 € pauschal

Drei Muster werden in dieser Tabelle sofort sichtbar. Erstens: Der Diesel kostet beim Hubraum fast so viel wie der gesamte Plug-in-Hybrid-Jahresbeitrag. Zweitens: Der Plug-in-Hybrid profitiert enorm vom niedrigen WLTP-CO2-Wert, weil im Prüfzyklus der Batterieanteil eingerechnet wird. Drittens: Das reine E-Auto bleibt in diesem Jahrzehnt bei null, wenn die Erstzulassung in die Befreiungsfrist fällt.

Wer tiefer in die Gesamtkosten einsteigen will, findet im Ratgeber Was kostet dein Auto wirklich? die komplette Auto-Kostenanalyse inklusive Steuer, Versicherung, Sprit und Wertverlust.

Wie hoch ist die KFZ-Steuer für Elektroautos 2026?

Reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis 31. Dezember 2030 bleiben für zehn Jahre ab Erstzulassung steuerbefreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Der Bundestag hat am 4. Dezember 2025 das Achte Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes beschlossen und damit den bisherigen Stichtag (Erstzulassung bis 31.12.2025, Befreiung bis 2030) um fünf Jahre nach hinten verschoben (Bundestag-Dokumentation, 2025).

Für Bestandsfahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 2026 gilt die Übergangsregelung: Sie bleiben bis zum Ende ihrer ursprünglichen 10-Jahres-Frist befreit, längstens bis 31.12.2030. Ein Tesla Model Y mit Erstzulassung 2024 ist also bis 2034 steuerfrei, ein 2019er BEV noch bis Ende 2029. Nach Ablauf der Befreiung greift der ermäßigte gewichtsabhängige Satz nach § 9 Abs. 2 KraftStG.

Was kostet die Verlängerung den Staat?

Laut BMF-Pressemitteilung vom 15. Oktober 2025 kostet die Verlängerung allein im Jahr 2026 etwa 50 Millionen Euro und steigt bis 2030 auf rund 380 Millionen Euro pro Jahr an. Das klingt viel, ist gemessen am Gesamt-Kfz-Steueraufkommen von rund 9,7 Milliarden Euro (2024) aber überschaubar. Politisch soll die Verlängerung den E-Auto-Markt stabilisieren, nachdem die BAFA-Kaufprämie am 17. Dezember 2023 eingestellt wurde.

Warum 2026 kein Steuerbonus-Jahr mehr ist

Drei Hebel laufen 2026 zeitgleich und keine andere Ratgeber-Seite verknüpft sie. Erstens: Die BAFA-Kaufprämie ist endgültig weg, die 6.000 bzw. 4.500 €, die im Vorjahresartikel noch prominent standen, gibt es seit Dezember 2023 nicht mehr. Zweitens: Ab 1. Januar 2031 rückt die volle Kfz-Steuer für BEV mit EZ ab 2031 zurück in den Fokus. Drittens: Der CO2-Preis im BEHG wird 2026 im Korridor 55 bis 65 € pro Tonne gehandelt; der gesamte CO2-Anteil im Benzinpreis liegt dadurch brutto bei rund 15,7 bis 18,5 Cent pro Liter, die Verteuerung gegenüber 2025 beträgt bis zu etwa 3 Cent pro Liter (BMUKN, 2026). Der Steuervorteil bleibt das zentrale finanzielle Argument fürs E-Auto.

Was gilt für Plug-in-Hybride und Wasserstoff?

Plug-in-Hybride sind nicht steuerbefreit, profitieren aber erheblich vom niedrigen WLTP-CO2-Wert. Ein Mercedes C 300 e mit 16 g/km kombiniert zahlt 2026 rund 40 € Jahressteuer. Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Fahrzeuge werden nach § 3d KraftStG wie reine BEV behandelt und sind analog bis 2035 befreit. Mehr zu E-Auto-Kauf und Unterhalt im Ratgeber E-Auto gebraucht kaufen, und im Vergleich Diesel 2026 im Vergleich.

Was gilt für Oldtimer mit H-Kennzeichen 2026?

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen zahlen pauschal 191,73 € pro Jahr, Motorräder 46,02 €, unabhängig von Hubraum oder CO2-Ausstoß (§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG). Voraussetzung ist ein Alter von mindestens 30 Jahren, 2026 qualifizieren sich damit Fahrzeuge mit Erstzulassung bis einschließlich 1995.

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen zahlen 2026 eine Pauschalsteuer von 191,73 € pro Jahr für Pkw, Lkw und Wohnmobile; für Motorräder sind es 46,02 €, unabhängig von Hubraum oder Emissionen (§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG). Voraussetzung ist die Oldtimer-Eigenschaft nach § 23 StVZO: mindestens 30 Jahre alt, weitgehend Originalzustand, positives Oldtimer-Gutachten von TÜV, DEKRA oder vergleichbarer Prüforganisation.

Im Jahr 2026 sind damit Fahrzeuge mit Erstzulassung bis einschließlich 1995 oldtimer-fähig. Das H-Kennzeichen lohnt sich steuerlich besonders bei hubraumstarken Altfahrzeugen oder Dieseln mit schlechter Schadstoffklasse. Ein 2,3-Liter-Benziner der 80er Jahre, der sonst nach Euro 1 mit etwa 300 € pro Jahr veranlagt würde, zahlt mit H-Kennzeichen pauschal 191,73 €. Bei kleinen Motorrädern kann die Standard-Besteuerung sogar günstiger sein, hier lohnt die Gegenrechnung.

FahrzeugtypPauschaleGrundlage
Pkw mit H-Kennzeichen191,73 €/Jahr§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG
Lkw mit H-Kennzeichen191,73 €/Jahr§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG
Wohnmobil mit H-Kennzeichen191,73 €/Jahr§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG
Motorrad mit H-Kennzeichen46,02 €/Jahr§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG

H-Saisonkennzeichen und 07er-Kennzeichen

Saisonkennzeichen mit H-Zusatz sind möglich. Die Pauschale wird dann anteilig pro zugelassenem Monat erhoben, bei sechs Monaten beispielsweise 95,87 €. Das rote 07er-Kennzeichen ist eine Sonderform für Sammler mit mehreren Oldtimern und wird separat besteuert, meist günstiger als einzelne H-Kennzeichen, aber mit Nutzungs-Einschränkungen auf Probefahrten und Oldtimer-Veranstaltungen. Details regelt der ADAC-Ratgeber Oldtimer-Zulassung. Anlageperspektiven zeigt unser Artikel Youngtimer als Geldanlage.

Wann wird die KFZ-Steuer 2026 fällig?

Die KFZ-Steuer wird jährlich im Voraus vom Hauptzollamt per SEPA-Lastschrift eingezogen. Bei einer Jahressteuer über 500 € ist halbjährliche Zahlung mit 3 % Aufschlag möglich, über 1.000 € auch vierteljährlich mit 6 % (§ 11 KraftStG, Zoll.de, 2026).

Die Kfz-Steuer ist jährlich im Voraus zu entrichten, Fälligkeitstag ist der Jahrestag der Erstzulassung oder des letzten Halterwechsels. Zuständig ist seit 1. Juli 2014 der Zoll beziehungsweise das jeweils örtliche Hauptzollamt, nicht mehr das Finanzamt (Zoll.de, 2026). Die Zahlung erfolgt ausschließlich per SEPA-Lastschrift.

Das SEPA-Mandat ist bei jeder Kfz-Zulassung Pflicht. Ohne Einzugsermächtigung im Zulassungsformular gibt es keine Zulassungsbescheinigung. Das Hauptzollamt zieht den Jahresbetrag am Jahrestag der Erstzulassung von deinem Konto ein, bei einem am 15. März 2024 zugelassenen Auto also jedes Jahr am 15. März. Bei Rücklastschriften kontaktiert das Hauptzollamt den Halter direkt, Säumniszuschläge von einem Prozent pro Monat können hinzukommen.

Wann ist halbjährliche oder vierteljährliche Zahlung möglich?

Bei Jahressteuern über 500 € kannst du halbjährliche Zahlung beantragen, über 1.000 € auch vierteljährliche Zahlung. Beide Optionen erhöhen den Gesamtbetrag um ein Aufgeld, das der Zoll als "Ausgleich für den Zinsvorteil" bezeichnet: drei Prozent bei halbjährlicher, sechs Prozent bei vierteljährlicher Zahlung. Für die meisten Pkw-Halter bleibt die jährliche Vorauszahlung daher günstiger.

Was ändert sich 2026 bei der KFZ-Steuer?

Die größte Änderung 2026 ist die Verlängerung der E-Auto-Steuerbefreiung bis längstens 31. Dezember 2035 (Achtes KraftStGÄndG vom 4. Dezember 2025). Die Hubraum- und CO2-Sätze selbst bleiben gegenüber 2025 unverändert. Wichtig ist vor allem die klare Trennung: Die Kfz-Steuer ändert sich kaum, die Gesamtkosten fürs Autofahren steigen trotzdem, getrieben durch den CO2-Preis an der Zapfsäule.

Den vollständigen Überblick über alle 2026er Änderungen für Autofahrer liefert unser Ratgeber Was sich 2026 für Autofahrer ändert. Wer über den E10-Hebel die Spritkosten senken will, findet im Artikel Darf ich E10 tanken? die Verträglichkeitsliste plus Sparrechner.

Häufig gestellte Fragen zur KFZ-Steuer 2026

Wie hoch ist die KFZ-Steuer für ein Elektroauto 2026?

Reine Elektrofahrzeuge (BEV) mit Erstzulassung bis 31.12.2030 sind für zehn Jahre ab Erstzulassung steuerbefreit, längstens bis 31.12.2035. Rechtsgrundlage: § 3d KraftStG in der Fassung des Achten KraftStGÄndG, verabschiedet am 4. Dezember 2025. Nach Ende der Befreiung greift ein ermäßigter gewichtsabhängiger Satz nach § 9 Abs. 2 KraftStG.

Wie wird die KFZ-Steuer 2026 für einen Benziner berechnet?

Für Benziner mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 gelten 2,00 € je angefangene 100 ccm Hubraum plus die progressiv gestaffelte CO2-Komponente über dem Freibetrag von 95 g/km (2,00 bis 4,00 € je g/km, § 9 KraftStG). Ein VW Golf 1.5 TSI mit 119 g/km zahlt 2026 rund 79 € pro Jahr.

Warum zahlt ein Diesel mehr KFZ-Steuer als ein Benziner?

Der Hubraumsatz für Diesel beträgt 9,50 € je 100 ccm, gegenüber 2,00 € beim Benziner. Der höhere Satz kompensiert die niedrigere Energiesteuer auf Dieselkraftstoff an der Zapfsäule. Der Ausgleich ist in § 9 Abs. 1 Nr. 2 b KraftStG verankert und dient als Balanceakt zwischen Energiesteuer und Kfz-Steuer.

Wie hoch ist die KFZ-Steuer für ein Oldtimer mit H-Kennzeichen?

191,73 € pro Jahr für Pkw, Lkw und Wohnmobile sowie 46,02 € für Motorräder, unabhängig von Hubraum und Emissionen (§ 9 Abs. 4 Nr. 2 KraftStG). Voraussetzung: Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt, weitgehend Originalzustand, positives Oldtimer-Gutachten. 2026 sind Fahrzeuge mit Erstzulassung bis einschließlich 1995 oldtimer-fähig.

Wann wird die KFZ-Steuer 2026 abgebucht?

Jährlich im Voraus am Jahrestag der Erstzulassung oder des letzten Halterwechsels per SEPA-Lastschrift durch das Hauptzollamt. Bei Jahressteuer über 500 € ist halbjährliche Zahlung möglich, über 1.000 € auch vierteljährliche, jeweils mit einem kleinen Aufgeld. Quelle: Zoll.de, Abschnitt Zahlung der Kfz-Steuer.

Wo finde ich die CO2-Emissionen meines Autos?

Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) Feld V.7 für den kombinierten WLTP-Wert bei Erstzulassung ab 1. September 2018, oder Feld V.9 für den NEFZ-Wert bei älteren Fahrzeugen. Alternativ im Kfz-Steuer-Bescheid des Hauptzollamts oder beim Hersteller. Mehr zu allen Feldern im Fahrzeugschein-Ratgeber.

Was passiert nach Ende der E-Auto-Steuerbefreiung 2035?

Nach Ablauf der 10-Jahres-Frist gilt für BEV der gewichtsabhängige Satz nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 KraftStG, halbiert nach § 9 Abs. 2 KraftStG: je 200 kg zulässigem Gesamtgewicht rund 5,625 € bis 2.000 kg, darüber gestaffelt höher. Ein Tesla Model Y LR mit etwa 2.500 kg zGG käme damit auf rund 75 € Jahressteuer, also weiterhin deutlich unter vergleichbaren Verbrennern.

Gibt es 2026 noch eine BAFA-Kaufprämie für Elektroautos?

Nein. Der Umweltbonus wurde am 17. Dezember 2023 eingestellt. Auch 2026 gibt es auf Bundesebene keine Kaufprämie. Der zentrale steuerliche Vorteil fürs E-Auto bleibt die verlängerte Kfz-Steuerbefreiung bis längstens 2035. Einzelne Hersteller bieten eigene Rabatte, die aber nicht mit der alten staatlichen Prämie vergleichbar sind.

Fazit: KFZ-Steuer 2026 im Griff behalten

Die Kfz-Steuer 2026 ist kein Buch mit sieben Siegeln. Mit drei Werten aus dem Fahrzeugschein (Hubraum aus Feld P.1, CO2 aus Feld V.7, Erstzulassungsdatum) und der Formel aus § 9 KraftStG berechnest du deine Jahressteuer auf den Euro genau. Die Hubraum- und CO2-Sätze sind gegenüber 2025 unverändert, die wichtigste Neuerung ist die Verlängerung der E-Auto-Befreiung bis 2035. Wer ein Gebrauchtfahrzeug kauft, sollte die voraussichtliche Jahressteuer vor Unterschrift kennen, der Unterschied zwischen Golf und 320d beträgt schnell 200 € pro Jahr.

Die wichtigsten Takeaways:

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