FAQ
Detail-Aufnahme Auspuff eines Diesel-Pkw mit Fahrzeugschein im Vordergrund - Symbolbild Euro-Norm und Schadstoffklasse

Euro-Norm erklärt: Euro 1 bis 6e (Euro 7 ab 2026)

Veröffentlicht am 05. Juni 2026

Im April 2026 hat sich die Google-Nachfrage nach „Abgasnorm" innerhalb weniger Wochen vervielfacht (eigene Auswertung Suchvolumen-Daten). Auslöser war die Berichterstattung zur Euro 7, die im Mai 2024 als EU-Verordnung 2024/1257 verabschiedet wurde. Wer 2026 einen Gebrauchten kauft, hat damit zwei Fragen auf dem Tisch: Welche Stufe steht heute im Fahrzeugschein, und was kommt nach Euro 6e?

Die Antworten stecken in drei Feldern deines Fahrzeugscheins und in vier Begriffen, die irgendwie alle dasselbe meinen, aber unterschiedliche Konsequenzen haben. Dieser Ratgeber liefert die komplette Stufen-Übersicht von Euro 1 bis Euro 6e, den Fahrzeugschein-Decoder für Feld 14.1 und V.9, die Steuer- und Umweltzonen-Folgen pro Stufe sowie einen klaren Blick auf Euro 7 mit gestaffelten Übergangsfristen bis Ende des Jahrzehnts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Euro-Norm regelt seit 1992 die Abgas-Grenzwerte für Pkw in der EU. Aktueller Pflicht-Stand für Neuwagen ist Euro 6e (Erstzulassung ab September 2024, EU-Verordnung 2023/443).
  • Euro 7 wurde am 8. Mai 2024 verabschiedet und gilt für neue Pkw-Typgenehmigungen ab dem 29. November 2026 mit gestaffelten Übergangsfristen bis Ende des Jahrzehnts.
  • Im Fahrzeugschein steht der 4-stellige Schlüssel im Feld 14.1, die Norm-Bezeichnung im Klartext im Feld V.9.
  • Eine grüne Plakette heißt nicht „darf überall fahren". Diesel-Fahrverbote in einzelnen Städten gelten unabhängig von der Plaketten-Farbe.
  • Steuerlich wirkt die Schadstoffklasse nur noch bei Pkw mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009 (§ 9 KraftStG).

Was ist die Euro-Norm? Definition in 30 Sekunden

Die Euro-Norm ist die seit 1992 schrittweise verschärfte EU-Abgas-Grenzwertvorschrift für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und Motorräder. Sie legt fest, wie viele Schadstoffe - Stickoxide (NOx), Kohlenwasserstoffe (HC), Partikel (PM) und Kohlenmonoxid (CO) - ein Fahrzeug pro gefahrenem Kilometer maximal ausstoßen darf. Im deutschen Fahrzeugschein heißt sie offiziell Schadstoffklasse und steht im Feld 14.1.

In der Praxis tauchen vier Wörter für dieselbe Sache auf: Euro-Norm, Abgasnorm, Schadstoffklasse, Emissionsstufe. Amtlich ist nur „Schadstoffklasse" (so der Wortlaut im Fahrzeugschein). Die anderen drei sind Synonyme, die in Medien, ADAC-Ratgebern und im EU-Recht parallel benutzt werden. Wer die Begriffe gleichbedeutend liest, kommt durch.

Wichtige Unterscheidung: Norm und Plakette sind nicht dasselbe. Die Umweltplakette in Grün, Gelb oder Rot ist eine direkte Folge der Schadstoffklasse, aber kein Ersatz für sie. In den heute geltenden Umweltzonen darf nur einfahren, wer eine grüne Plakette hat - und ob du eine bekommst, entscheidet allein die Stufe im Feld 14.1.

Euro 1 bis Euro 6e auf einen Blick - die komplette Stufen-Tabelle

Die EU hat seit 1992 sieben Hauptstufen plus mehrere Substufen eingeführt. Euro 1 brachte 1992 den Pflicht-Katalysator, Euro 6 ist seit September 2014 (Typgenehmigung) Stand der Technik, Euro 6e ist seit September 2023 (Typgenehmigung) bzw. September 2024 (Erstzulassung) verbindlich. Euro 7 wurde 2024 beschlossen und greift ab Ende 2026 für neue Typgenehmigungen.

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten NOx-Grenzwerte für Diesel und Benziner sowie das prägende Merkmal jeder Stufe zusammen. Quelle für Grenzwerte: EU-Verordnung 715/2007 und Folgeverordnungen 2018/1832, 2023/443, 2024/1257.

StufeTypgenehmigung / ErstzulassungNOx Diesel (mg/km)NOx Benziner (mg/km)Hauptmerkmal
Euro 11992 / 1993970 (HC+NOx)490 (HC+NOx)Pflicht-Katalysator
Euro 21996 / 1997700250 (HC+NOx)strengere CO-Limits
Euro 32000 / 2001500150separate NOx-Limits
Euro 42005 / 200625080Partikelfilter-Pflicht (Diesel)
Euro 52009 / 201118060PN-Limit (Partikelzahl)
Euro 62014 / 20158060drastische NOx-Senkung Diesel
Euro 6d2017-2019 / 2019-202180 (RDE 1,43-2,1)60Real-Driving-Emissions-Pflicht
Euro 6e2023 / 202480 (RDE 1,1)60strengere RDE-Bedingungen
NOx-Grenzwerte Diesel vs. Benziner (mg/km) Diesel Benziner Euro 1 Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5 Euro 6 Euro 6d Euro 6e 970* 700 500 250 180 80 80 80 490* 250* 150 80 60 60 60 60 * HC+NOx kombiniert (Euro 1/2 Benziner, Euro 1 Diesel)
Quelle: EU-Verordnungen 715/2007, 2018/1832, 2023/443

Auffällig ist der Sprung zwischen Euro 5 und Euro 6 beim Diesel: Der NOx-Grenzwert sinkt um mehr als die Hälfte (180 → 80 mg/km). Beim Benziner ist die Kurve flacher; ab Euro 4 bleibt der Wert auf 60-80 mg/km. Das erklärt, warum die politische Aufmerksamkeit seit dem Diesel-Skandal 2015 fast ausschließlich auf Diesel-Stufen liegt.

Wo steht meine Euro-Norm im Fahrzeugschein? Feld 14, V.9 und K

Die Schadstoffklasse steht im Fahrzeugschein an drei Stellen: Feld 14.1 zeigt den 4-stelligen Schlüssel der amtlichen Emissions-Codes. Feld V.9 nennt die Norm im Klartext (etwa „Euro 6d" oder die Verordnungs-Referenz „715/2007*2018/1832AP"). Feld K identifiziert Typ, Variante und Version - aus dieser Kombination lässt sich über das KBA-Schlüsselnummer-Verzeichnis die Norm rückwärts auflösen.

In drei Schritten zur eindeutigen Antwort:

Ausschnitt Zulassungsbescheinigung Teil 1 mit Feld 14.1 (Schadstoffklassen-Schlüssel) und Feld V.9 (Norm im Klartext)
Ausschnitt aus der Zulassungsbescheinigung Teil 1: Feld 14.1 zeigt den 4-stelligen Schadstoffklassen-Schlüssel, Feld V.9 die Norm im Klartext.
  1. Feld 14.1 ablesen: Der 4-stellige Schlüssel - in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I rechts neben Feld 14 - codiert die Emissionsklasse für die KBA-Statistik und die Steuerveranlagung. Die Schlüssel sind je nach Stufe entweder rein numerisch (4 Ziffern) oder alphanumerisch.
  2. Feld V.9 als Klartext-Bestätigung daneben legen: Hier steht die Norm in Worten oder als EU-Verordnungs-Code (z. B. „715/2007*2018/1832AP" = Euro 6d). Diskrepanz zwischen 14.1 und V.9? Dann gilt der Eintrag im 14.1 als amtlicher Bezugswert.
  3. Bei Unsicherheit den KBA-Schlüsselnummer-Bestand prüfen: Über Feld K (Typ/Variante/Version) lässt sich die exakte Motor-Variante mit den zugehörigen Norm-Werten ermitteln. Schneller geht es per VIN-basierter Auflösung im Gebrauchtwagen-Check.

Die typische Verwechslung in der Praxis: Feld V.9 ist als Klartext leichter zu lesen, aber der 4-stellige Schlüssel im Feld 14.1 ist die amtliche Bezugsgröße. Bei der Steuerveranlagung des Finanzamts und bei jeder KBA-Statistik zählt der Schlüssel im 14.1. Diese Verwechslung ist nach Beobachtung in unserer App-Nutzung einer der häufigsten Anlässe für Rückfragen - die beiden Felder sehen sich ähnlich, codieren aber unterschiedlich.

Schlüsselnummern-Formate im Feld 14.1

Schlüssel-FormatTypische Norm-ZuordnungZeitraum
4-stellig numerisch (08xx)Euro 6 inkl. Substufen 6b/6c/6d/6d-temp/6eab 09/2014
alphanumerisch (z. B. 36Hx)Euro 5 inkl. 5a/5b09/2009 - 08/2014
2-stellig (30 / 32 / 34)Euro 3 / Euro 4 (variabel je Antriebsart)2000 - 2009

Wichtig: Die exakten Code-Zuordnungen pro Norm und Antriebsart findest du im amtlichen KBA-Schlüsselnummern-Verzeichnis. Da das Verzeichnis regelmäßig fortgeschrieben wird und sich konkrete Codes je nach Antriebsart und Substufe unterscheiden, ist es bei der Auslegung des eigenen Fahrzeugscheins die einzig amtliche Quelle. Die obige Tabelle nennt nur die typischen Format-Bereiche.

Tiefere Erklärung aller Felder im Fahrzeugschein liefert unser Ratgeber Alle Felder im Fahrzeugschein erklärt. Spezifisch zur VIN siehe Fahrgestellnummer im Fahrzeugschein-Feld E.

Euro-6-Substufen - 6b, 6c, 6d-temp, 6d, 6e im Klartext

Euro 6 wurde seit 2014 in fünf Substufen verschärft. Sie unterscheiden sich nicht im Grenzwert auf dem Prüfstand (NOx Diesel bleibt bei 80 mg/km), sondern in den Bedingungen für den Real-Driving-Emissions-Test (RDE). Der RDE-Faktor sagt, wie weit der reale Straßenausstoß über dem Laborwert liegen darf. Euro 6e ist die strengste Stufe und seit September 2023 für neue Pkw-Typgenehmigungen bzw. September 2024 für neue Erstzulassungen Pflicht.

SubstufePkw-ErstzulassungRDE-Faktor (NOx)Hauptmerkmal
Euro 6b09/2015 - 08/2018kein RDE-Testnur Labor-NEFZ-Prüfung
Euro 6c09/2018 - 08/2019kein RDE-TestWLTP statt NEFZ
Euro 6d-temp09/2019 - 12/20202,1RDE-Pflicht mit Toleranz
Euro 6d01/2021 - 08/20241,43RDE-Pflicht, finale PEMS-Kalibrierung
Euro 6eab 09/20241,1fast-Labor-Niveau im Real-Test

Der Sprung von Euro 6d auf 6e ist die größte echte Verschärfung der gesamten Euro-6-Reihe. Statt 43 % Toleranz im realen Fahrbetrieb (Faktor 1,43 unter Euro 6d) dürfen Hersteller nur noch 10 % über dem Labor-Wert liegen (Faktor 1,1). Für Diesel-Käufer heißt das: Ein Euro-6e-Diesel ab Erstzulassung 2024 muss im Stadtverkehr und auf der Autobahn fast so sauber sein wie auf dem Prüfstand.

Praktische Konsequenz für den Gebrauchtwagenkauf: Ein Diesel ab Euro 6d-temp (also Erstzulassung ab Herbst 2019) ist 2026 in allen deutschen Umweltzonen uneingeschränkt zugelassen. Frühere Euro-6-Stufen (6b/6c) sind formal zwar Euro 6, aber bei den realen Werten oft eher auf Euro-5-Niveau - was sich in einzelnen Stadt-Fahrverbots-Diskussionen widerspiegelt.

Was bedeutet meine Norm konkret? Steuer, Umweltzone, Fahrverbot, Wiederverkauf

Die Schadstoffklasse hat 2026 vier praktische Konsequenzen. KFZ-Steuer wirkt nur noch bei Pkw mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009 (§ 9 KraftStG). Der Umweltzonen-Zugang hängt an der Plaketten-Farbe nach der 35. BImSchV. Diesel-Fahrverbote in einzelnen Städten gelten unabhängig von der Plakette und sind seit 2018 in mehreren deutschen Städten (vor allem Stuttgart, Hamburg, München, Darmstadt, Essen, Gelsenkirchen) in Kraft. Der Wiederverkaufswert reagiert sensibel - Euro 5 Diesel verliert seit dem Diesel-Skandal überdurchschnittlich, Euro 6d und 6e bleiben wertstabil.

StufePlaketteKFZ-Steuer-EffektUmweltzone / FahrverbotWiederverkaufs-Trend
Euro 1keinehöherer Hubraumsatz (EZ vor 1.7.2009)keine grüne PlaketteLiebhaberstücke
Euro 2rot / keinehöherer HubraumsatzeingeschränktSchrott-Range
Euro 3gelb / rotmoderater Hubraumsatzviele Umweltzonen gesperrtWertverlust
Euro 4grünnur Hubraum + CO2 (ab 1.7.2009)grüne Plakette, aber Diesel-Fahrverbot in Einzelstädtenschwach
Euro 5grünnur Hubraum + CO2grüne Plakette, Diesel-Fahrverbote in mehreren Städtenüberdurchschnittlicher Wertverlust
Euro 6 (b/c)grünnur Hubraum + CO2grüne Plakette, einzelne städtische Einschränkungen für Dieselmoderat
Euro 6d / 6d-tempgrünnur Hubraum + CO2uneingeschränktwertstabil
Euro 6egrünnur Hubraum + CO2uneingeschränktwertstabil (aktueller Standard)

Steuer-Detail mit Stichtag: § 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG koppelt die Schadstoffklasse nur bei Pkw mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009 an die Steuer. Für alle Fahrzeuge ab dem 1. Juli 2009 zählt steuerlich ausschließlich der Hubraum (pro 100 cm3) plus der CO2-Wert oberhalb des Freibetrags. Die Schadstoffklasse hat dort keine eigene steuerliche Wirkung mehr - sie ist nur noch Statistik- und Umweltzonen-Bezug. Wie die Hubraum- und CO2-Komponente konkret zusammenspielen, zeigt unser Ratgeber zur KFZ-Steuer 2026 nach Hubraum und CO2.

Die Plaketten-Logik regelt die 35. Bundesimmissionsschutz-Verordnung. Eine grüne Plakette gibt es für Benziner ab Euro 1 mit geregeltem Katalysator und für Diesel ab Schadstoffgruppe 4 (Euro 4 oder Euro 3 mit nachgerüstetem Partikelfilter). Wer in einer Umweltzone unterwegs ist, braucht die grüne Plakette. Punkt - das ist die Standardregel. Aber: Einzelne Städte können darüber hinaus Diesel-Fahrverbote nach Schadstoffklasse verhängen. Diese gelten zusätzlich zur Plakette und sind nicht von ihr abhängig.

Wer einen Euro-5-Diesel besitzt, kann also problemlos in jede deutsche Umweltzone einfahren (grüne Plakette ist da) - aber in den Diesel-Fahrverbots-Zonen von Stuttgart oder Hamburg bleibt das Auto draußen. Genau diese Lücke zwischen Plakette und Fahrverbot ist der häufigste Stolperstein beim Kauf eines älteren Diesels. Details und tagesaktuelle Stadtliste im Ratgeber zum Diesel-Markt 2026.

Beim Wiederverkauf ist die Stufe ein harter Hebel. Euro-5-Diesel verlieren seit dem Diesel-Skandal überdurchschnittlich Wert, weil die Käuferseite Fahrverbots-Risiken einpreist. Euro-6d- und 6e-Fahrzeuge bleiben dagegen wertstabiler, weil sie in keiner deutschen Stadt von einem Fahrverbot betroffen sind und damit die volle Käufer-Range halten. Mehr zur Mechanik des Wertverlusts findest du im Ratgeber Gebrauchtwagenpreise und Marktentwicklung.

KBA-Bestand 2026 - wie alt fährt Deutschland wirklich?

Zum 1. Januar 2025 waren in Deutschland rund 49,1 Millionen Pkw zugelassen. Quelle: KBA-Fachserie FZ 13 „Bestand an Kraftfahrzeugen nach Umwelt-Merkmalen". Rund 40 % davon erfüllen Euro 6 oder höher, etwa ein Viertel noch Euro 5, ein Viertel Euro 4 oder älter. Die Tendenz: Anteil Euro 6+ steigt jedes Jahr, Anteil Euro 4 und älter schrumpft durch Stilllegung und Ersatz.

Pkw-Bestand DE 1.1.2025 nach Schadstoffklasse Euro 6 / 6d / 6e ~40 % (19,8 Mio.) Euro 5 ~25 % (12,3 Mio.) Euro 4 ~20 % (9,8 Mio.) Euro 3 und älter ~10 % (4,9 Mio.) Ohne Angabe ~5 % (2,3 Mio.) Gesamt: 49,1 Mio. Pkw (KBA FZ 1, 1.1.2025) Anteile auf Basis der KBA-Veröffentlichungen FZ 13 (Schadstoffklassen-Bestand)
Quelle: KBA-Fachserie FZ 13 (Schadstoffklassen) und FZ 1 (Gesamtbestand), Stichtag 1. Januar 2025

Das größte Risiko-Segment für künftige Fahrverbote sind die rund 9,8 Millionen Euro-4-Pkw und die rund 12,3 Millionen Euro-5-Pkw. Vor allem Euro-5-Diesel sind in mehreren Stadtzonen schon heute eingeschränkt - die Verkaufsdynamik in diesem Segment ist entsprechend nervös. Wer aus diesem Bestand heraus auf E-Auto umsteigt, findet im Ratgeber zum E-Auto als Euro-Norm-freie Alternative die Eckdaten.

Diesel-Spezial - wann gilt 2026 welches Fahrverbot?

Diesel-Fahrverbote gelten 2026 in mehreren deutschen Städten und werden unabhängig von der Umweltplakette durchgesetzt. Entscheidend ist die im Fahrzeugschein eingetragene Schadstoffklasse - nicht die Plaketten-Farbe. Stuttgart, Hamburg, München, Darmstadt, Essen und Gelsenkirchen verbieten Euro-4-Diesel (oder älter) in definierten Zonen oder auf einzelnen Straßenabschnitten seit 2018-2019. Euro-5-Diesel-Fahrverbote sind vielerorts wieder aufgehoben worden (Berlin etwa hat alle Strecken-Verbote seit 2022 zurückgenommen), gelten aber in einzelnen Stuttgarter und Hamburger Zonen weiter. Quelle: Umweltbundesamt und Stadt-Bekanntmachungen.

Eine sinnvolle Vor-Kauf-Logik: Wenn dein Wunschauto ein Diesel ab Euro 6d-temp (Erstzulassung ab September 2019) ist, bist du 2026 in keiner deutschen Stadt von einem Fahrverbot betroffen. Stand Mai 2026 gilt das ohne Einschränkung. Bei Euro 6b/6c lohnt sich der Blick in die Stadtportale der Städte, in denen du regelmäßig unterwegs bist. Bei Euro 5 und älter ist der Risiko-Spread real, je nach Bewegungsradius.

Praxis-Hinweis zur Plakette: Die grüne Plakette bekommst du als Diesel ab Schadstoffgruppe 4 (Euro 4 oder Euro 3 mit nachgerüstetem Partikelfilter). Sie berechtigt zur Einfahrt in jede deutsche Umweltzone. Die genannten Diesel-Fahrverbote sind eigenständige stadtrechtliche Regelungen, die zusätzlich zur Plakette greifen - typischerweise auf einzelnen Straßenabschnitten oder in Innenstadt-Quartieren. Wer einen Diesel bewegt, sollte beide Ebenen kennen: Plakette und Stadtfahrverbot.

Verwandter Cross-Check beim Kraftstoff: Wer überlegt, vom Diesel auf E10-Benziner umzusteigen oder beim aktuellen Auto auf E10 zu wechseln, findet die Antworten im Ratgeber E10-Verträglichkeit nach Schadstoffklasse prüfen.

Euro 7 - was kommt ab 2026 und 2029?

Die EU-Verordnung 2024/1257 zur Euro 7 wurde am 8. Mai 2024 verabschiedet. Für Pkw greift sie bei neuen Typgenehmigungen ab dem 29. November 2026 mit gestaffelten Übergangsfristen für Erstzulassungen. Die genauen Stichtage für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und Lkw/Busse staffeln sich über die folgenden Jahre - mehrjährige Übergangsfristen sind Standard, damit Hersteller die Typgenehmigungen für ihre Modellpalette nachziehen können. Quelle: EUR-Lex 32024R1257, Art. 18.

Inhaltlich ist Euro 7 das Ergebnis eines harten politischen Kompromisses. Die ursprünglich vorgeschlagenen drastischen NOx-Senkungen wurden gestrichen - die Pkw-Grenzwerte bleiben weitgehend auf Euro-6-Niveau. Was Euro 7 stattdessen neu einführt:

Hintergrund-Lektüre zu Euro 7 liefert die EU-Kommission Climate Action mit der Übersicht zu CO2-Emissionsstandards.

Was bedeutet das für Käufer 2026? Wer 2026 einen Pkw neu zulässt, fährt mit Euro 6e. Euro 7 trifft Neuzulassungen erst gestaffelt im Laufe der späten 2020er-Jahre. Bestandsfahrzeuge sind nicht rückwirkend betroffen - eine Euro-6e-Pkw bleibt Euro 6e, auch nachdem Euro 7 startet. Käufer mit Bewegungsradius in Deutschland brauchen die Norm-Verschärfung daher nicht als Kaufdruck zu lesen. Sie ist aber ein Argument für gebrauchte Euro-6d- und 6e-Diesel, die nach Euro-7-Start vermutlich knapper werden - die Hersteller haben ihre Diesel-Roadmaps deutlich zurückgefahren.

Wie verändert die Norm den Wiederverkaufswert?

Euro-5-Diesel haben seit dem Diesel-Skandal 2017 überdurchschnittlich Wert verloren. Euro 6d und Euro 6e bleiben am stabilsten. Euro-6b- und 6c-Pkw liegen in der Mitte: Sie sind in Umweltzonen ohne Einschränkung zulassungsfähig, aber Käufer-Skepsis gegenüber Software-Update-Historie und Real-Driving-Emissions-Werten drückt den Preis spürbar.

Die Mechanik dahinter ist einfach: Wer einen Diesel bewegt, der in Stuttgart, Hamburg oder Düsseldorf Fahrverbots-Risiko trägt, zahlt weniger - weil die Verkäufer-Range kleiner wird. Wer einen Diesel ab Euro 6d-temp anbietet, kann die volle bundesweite Käuferschaft adressieren. Konkrete Spreads zwischen den Stufen entwickeln sich dynamisch; die Tendenz ist seit 2018 stabil.

Für den Verkauf des eigenen Autos ist die Schadstoffklasse einer der Top-3-Treiber im Inserate-Preis (neben Marke, Modell und Laufleistung). Wer eine ehrliche Wert-Einschätzung will, kombiniert die Norm mit Erstzulassung, Laufleistung und Sonderausstattung. Schneller geht das mit unserem Ratgeber zur Auto-Wert-Ermittlung oder direkt mit dem VIN-basierten Gebrauchtwagen-Check.

Häufig gestellte Fragen

Welche Schadstoffklasse ist Euro 6?

Euro 6 ist die seit September 2014 (Typgenehmigung) bzw. September 2015 (Erstzulassung neuer Pkw) gültige Abgasnorm. Sie hat fünf Substufen: 6b, 6c, 6d-temp, 6d, 6e. Sie unterscheiden sich in den Real-Driving-Emissions-Testbedingungen. Der Code steht im Fahrzeugschein-Feld 14.1, im Klartext im Feld V.9.

Was ist der Unterschied zwischen Euro 6 und Euro 6d?

Euro 6d ist eine Substufe von Euro 6 und seit September 2019 für Neuwagen-Erstzulassungen Pflicht. Sie unterscheidet sich von Euro 6b/6c durch die verpflichtende Real-Driving-Emissions-Messung mit einem NOx-Toleranzfaktor von 1,43. Euro 6e (Erstzulassung ab September 2024) verschärft diesen Faktor auf 1,1 - also fast Laborwert auch im realen Fahrbetrieb.

Welche Autos haben Euro 6e?

Alle Neuwagen-Erstzulassungen ab dem 1. September 2024 erfüllen Euro 6e (neue Typgenehmigungen seit September 2023). Bei Gebrauchtwagen steht der Status im Fahrzeugschein-Feld V.9 als Klartext oder lässt sich über den 4-stelligen Schlüssel im Feld 14.1 in Verbindung mit dem amtlichen KBA-Schlüsselnummern-Verzeichnis ableiten.

Wie finde ich die Euro-Norm meines Autos heraus?

Direktester Weg: Fahrzeugschein-Feld 14.1 (4-stelliger Schlüssel) und Feld V.9 (Klartext) ablesen. Wer den Schlüssel nicht decodieren kann, gibt die VIN beim Gebrauchtwagen-Check ein und bekommt Schadstoffklasse plus Steuer-Schätzung automatisch zurück. Alternativ liest die Fahrzeugschein-App die Felder per OCR aus.

Welche Euro-Norm braucht meine grüne Plakette?

Die grüne Umweltplakette gilt für Diesel ab Schadstoffgruppe 4 (Euro 4 oder Euro 3 mit nachgerüstetem Partikelfilter) und für Benziner ab Euro 1 mit geregeltem Katalysator. Achtung: Die grüne Plakette berechtigt nicht automatisch zur Einfahrt in alle Umweltzonen - Diesel-Fahrverbote in einzelnen Städten gelten unabhängig von der Plaketten-Farbe und richten sich direkt nach der Schadstoffklasse im Fahrzeugschein.

Ab wann gilt Euro 7?

Die EU-Verordnung 2024/1257 wurde am 8. Mai 2024 verabschiedet. Für Pkw gilt sie bei neuen Typgenehmigungen ab dem 29. November 2026 mit gestaffelten Übergangsfristen für die Erstzulassungs-Pflicht. Lkw und Busse folgen mit längeren Übergangsfristen.

Bekomme ich für Euro 5 noch eine grüne Plakette?

Ja. Die grüne Plakette gilt für Diesel ab Schadstoffgruppe 4 (Euro 4 oder Euro 3 mit nachgerüstetem Partikelfilter) und alle Benziner ab Euro 1 mit geregeltem Katalysator. Euro-5-Diesel erhalten die grüne Plakette uneingeschränkt. Diesel-Fahrverbote in einzelnen Städten wie Stuttgart oder Hamburg gelten unabhängig von der Plaketten-Farbe und richten sich direkt nach der Schadstoffklasse.

Wie viele Pkw fahren 2026 noch mit Euro 4 oder älter?

Laut KBA-Fachserie FZ 13 zum 1. Januar 2025 sind das zusammen rund 14,7 Millionen Pkw oder etwa 30 % des Gesamtbestands von rund 49,1 Millionen Pkw. Die Tendenz ist sinkend - durch Stilllegung und Neuzulassung mit Euro 6d/6e. Der größte Einzel-Anteil liegt bei Euro 5 (rund ein Viertel des Bestands).

Fazit: Eine Stufe, drei Felder, vier Konsequenzen

Die Euro-Norm im Fahrzeugschein hat 2026 vor allem drei praktische Konsequenzen: Umweltzonen-Zugang über die grüne Plakette, Diesel-Fahrverbote in mehreren Städten (unabhängig von der Plakette), Wiederverkaufswert-Stabilität ab Euro 6d-temp. Steuerlich relevant ist die Schadstoffklasse nur noch bei Pkw mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2009. Euro 7 trifft Neuzulassungen erst ab 2029 - Bestandsfahrzeuge bleiben unverändert.

Wer den eigenen Fahrzeugschein vor sich liegen hat, findet die Antwort in zwei Feldern: 14.1 (Schlüssel) und V.9 (Klartext). Beide gehören zusammen gelesen - die Verwechslung zwischen Klartext und Schlüssel ist die häufigste Fehlerquelle im Alltag.

Die wichtigsten Takeaways:

Fahrzeugschein App Mockup

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